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Wann ist eine Fettabsaugung sinnvoll?

Die Fettabsaugung ist die geeignete Methode, um umschriebene Fettansammlungen in unterschiedlichen Regionen des Körpers bei ideal- bis normalgewichtigen Menschen dauerhaft zu entfernen. Sie ersetzt keine Diät.

Es werden Zonen behandelt, die aufgrund der Veranlagung durch Diät und gezieltes Training nicht beeinflußt werden können.

Obwohl die Fettabsaugung oft zu spektakulären Ergebnissen mit eindeutig verbesserter Figur führt, ist es nicht realistisch, sich die Traumfigur und Gewebekonsistenz eines Teenagers zu erhoffen.

Über die zu erwartenden Resultate werden Sie in einem ausführlichen Beratungsgespräch in unserer Klinik aufgeklärt.


Erfolgsaussichten

Der ideale Patient für eine Liposuction ist von überwiegend schlankem Körperbau, besitzt lediglich umschriebene Fettansammlungen, die jeglicher sportlicher Betätigung und ausgewogener Ernährung trotzen und weist eine überwiegend straffe Hautoberfläche auf.

Sind diese Kriterien erfüllt, können dauerhafte und schöne kosmetische Ergebnisse erzielt werden. Um dies zu gewährleisten, wird dieser Eingriff in unserer Klinik von einem Facharzt für plastische Chirurgie durchgeführt.

Generell adipösen Patienten bzw. Personen mit bereits erschlaffter Haut kann durch diese Verfahren nur bedingt geholfen werden. Ebenso kann eine vorliegende Orangenhaut (Cellulite) nur in Einzelfällen verbessert werden.


Die Ultraschall-Assistierende-Fettabsaugung (UAL)

Bei der UAL in Tumeszenz-Lokalanästhesie wird nach Betäubung des Gewebes (s.o.) eine 4-6 mm dünne, ca. 25-30 cm lange, stumpfe Ultraschallsonde in das Unterhautfettgewebe eingeführt, welche durch Ultraschallwellen die vorhandenen Fettzellen zum Platzen bringt.

 

Der Inhalt der Fettzellen wird zusammen mit der eingebrachten Lokalanästhesielösung durch die Ultraschallsonde im gleichen Arbeitsgang als gelbliche Emulsion abgesaugt. Die Hautschnitte, die hierzu angelegt werden müssen, sind nur 5-10 mm lang und nach wenigen Wochen kaum noch sichtbar. Einmal abgesaugte Fettzellen werden nicht neu gebildet.


Vorteile der Ultraschall-Assistierenden-Fettabsaugung (UAL)

Mit festem Bindegewebe durchsetztes Fettgewebe im Bereich des Rückens, der männlichen Brust (Gynäkomastie), am Kinn und am Unterschenkel läßt sich mit diesem Verfahren leichter und ausgiebiger entfernen als mit der traditionellen Saugung.

Durch eine gezielte Reizung der inwendigen Haut mit Ultraschallenergie läßt sich der sogenannte "Shrinking-Effekt" erzielen, ein Zusammenziehen der nach der Fettabsaugung erschlafften Haut.

Weitestgehende Schonung der Blut- und Lymphgefäße sowie kleinster Hautnerven.

Auch bereits abgesaugte Körperregionen, bei denen man in der ersten Sitzung nicht alles absaugen konnte (z. B. bei Megafettleibigkeit), lassen sich nunmehr trotz des eingewachsenen Bindegewebes mit der UAL gut nachbehandeln.


Die Saug-Assistierende-Fettabsaugung (SAL)

Bei dieser traditionellen Form der Fettabsaugung wird auf die Applikation von Ultraschallenergie verzichtet. Die Fettzellen werden hierbei durch die rein mechanische Bewegung der 2-4 mm im Durchmesser breiten Kanülen aus ihrem Verband gelöst und durch die in den Absaugsonden enthaltenen Öffnungen aus dem Körper entfernt.

Insbesondere Feinkorrekturen unmittelbar unterhalb der Hautoberfläche sind durch die gezielte und somit optimal steuerbare Anwendung dieses Verfahrens besser durchzuführen als mit der UAL. In unserer Klinik wird in aller Regel eine Kombination beider Verfahren angewendet. Wir werden Sie hierüber ausführlich informieren.


Die örtliche Betäubung (Tumeszenz-Lokalanästhesie)

Werden bei Ihnen lediglich ein bis zwei Zonen abgesaugt, empfehlen wir die örtliche Betäubung in Tumeszenz-Lokalanästhesie (tumerscere, lateinisch = aufblasen).

Hierbei werden große Mengen einer verdünnten Lokalanästhesie-Lösung in das Unterhautfettgewebe eingebracht. Der Lösung wird ein wenig Cortison beigemischt um die entzündliche Reaktion des Gewebes und nachfolgende Schmerzen zu unterdrücken.

Außerdem enthält die Lösung Epinephrin, das die Blutgefäße zusammenzieht, und Bicarbonat, welches ein schmerzfreies Einbringen der Lösung ermöglicht.

Sowohl das Ausmaß der Blutung während und die Schwellung nach der Operation werden durch die Tumeszenz-Lokalanästhesie enorm vermindert.


Der Eingriff in Vollnarkose

Sollten Sie sich entscheiden, mehr als zwei Zonen in einer operativen Sitzung absaugen zu lassen, empfehlen wir, den Eingriff in Vollnarkose durchzuführen.

In diesem Fall sind aufgrund der zentralisierten Schmerzausschaltung nur minimale Dosen an Lokalanästhesie innerhalb der Tumeszenslösung notwendig, was keine gesundheitlichen Risiken in sich birgt. Wir werden Sie über diesen Sachverhalt ausführlich im Gespräch beraten.


Das Resultat

Bei einer hohen Prozentzahl der Patienten kann direkt nach dem Eingriff eine gewisse Verbesserung der Körperform beobachtet werden. Allerdings dauert es in der Regel ca. 6 Wochen, bis alle Blutergüsse und Schwellungen zurückgegangen sind. Das endgültige postoperative Ergebnis ist erst nach 3-4 Monaten, in einigen Fällen nach 6 und mehr Monaten zu erwarten.

Durch den "Shrinking-Effekt" (s.o.) wird ein Zusammenziehen der überschüssigen Haut nach der Fettabsaugung bewirkt. In den ersten Wochen kann die Haut dann faltig sein, glättet sich jedoch je nach Ausgangsbefund in der Folgezeit.

Infolge der Fettabsaugung verändert sich auch der Hautzustand in der operierten Körperregion und zwar so, als habe man durch eine besondere Diät genau an dieser Stelle abgenommen.

Zu bemerken ist, daß alle Fettzellen, die abgesaugt wurden, nicht mehr nachwachsen oder neu gebildet werden, da die Fettzellstruktur zerstört wurde. Das bedeutet, daß die Körperform, welche durch die Fettabsaugung erzielt wurde, beständig ist. Bei späterer Gewichtszu- oder -abnahme wird sich die "neue" Körperform also proportional verändern, ohne daß z.B. wieder eine Reithose entsteht, die zuvor abgesaugt wurde.


Risiken

Wie bei jedem operativen Eingriff gibt es auch bei der Fettabsaugung Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen wie z.B. Schwellung, Blutergüsse und vorübergehendes Taubheitsgefühl der Haut. Feine Hautunregelmäßigkeiten sowie diskrete Asymmetrien können gelegentlich als Folge der Fettabsaugung auftreten.

Blutungen, Thrombosen und Lungenembolien, Infektion des betroffenen Hautareals mit nachfolgender Zystenbildung, dauerhafte Gewebeverhärtungen und Hautverfärbungen, Fettembolien, allergische Reaktionen oder auch ausgeprägte Dellenbildungen sind mögliche Komplikationen. Sie werden in Verbindung mit der Tumeszenz-Technik weltweit jedoch äußerst selten beobachtet.


Vor der Operation

Im Rahmen des Vorgesprächs werden Sie über frühere Erkrankungen befragt. Bitte teilen Sie deshalb alle wichtigen Vorerkrankungen, Operationen und evtl. Komplikationen, Medikamenteneinnahmen und bekannte Allergien mit. Ihre Angaben hierzu sind besonders wichtig, um das Operationsrisiko so gering wie möglich zu halten.

Wir bitten Sie, einige Tage vor dem geplanten Operationstermin (z.B. beim Hausarzt oder kostenfrei bei uns) eine Blutabnahme zur Bestimmung von kleinem Blutbild, der Gerinnung und des Kaliumwertes vornehmen zu lassen. Das schriftlich dokumentierte Ergebnis bringen Sie bitte am Operationstag mit.


Der Tag der Operation und die Fettabsaugung

Am Operationstag sollten Sie, vorausgesetzt der Eingriff wird in Lokalanästhesie durchgeführt, ein leichtes Frühstück zu sich nehmen. Vor einem operativen Eingriff in Vollnarkose dürfen Sie 6-8 Stunden nichts essen, nicht trinken und nicht rauchen. Vergessen Sie den Laborbefund von der Blutuntersuchung nicht und teilen Sie bitte auch noch einmal mit, welche Medikamente Sie einnehmen oder in der Woche vor der Fettabsaugung eingenommen haben.

Nach der Begrüßung in Ihrem Zimmer erhalten Sie ein OP-Hemd, anschließend wird das Operationsfeld im Stehen angezeichnet und dies fotografisch dokumentiert. Dann legen Sie sich auf den OP-Tisch. In der Regel wird Ihnen eine Verweilkanüle in eine Armvene gelegt, worüber Sie ein leichtes Beruhigungsmittel verabreicht bekommen.

Nach der Hautdesinfektion werden zunächst die Stellen, an denen die Hautschnitte angelegt werden, betäubt. Anschließend wird die Tumeszenz-Lokalanästhesie ins Unterhautfettgewebe gespritzt. Das tut entweder überhaupt nicht oder nur sehr wenig weh. Die unterspritzten Hautareale werden nach und nach taub. Je nach behandeltem Gebiet erfolgt im Anschluß eine Einwirkzeit von 10 - 60 Minuten. Sollte ein umschriebenes Gebiet nicht ganz taub sein, kann jederzeit von der Tumeszenz-Lösung etwas nachgespritzt werden.

Nach dieser Einwirkzeit, die auch bei einem in Vollnarkose durchgeführten Eingriff beachtet werden muß, beginnt die eigentliche Fettabsaugung, wobei die Absaugsonde langsam im Fettgewebe hin und her bewegt wird. Nach der Feinkorrektur durch die SAL werden die kleinen Hautschnitte verschlossen sowie Tape-Verbände und das Kompressionsmieder angelegt.

Aufgrund der örtlichen Betäubung mit der Tumeszenzlösung werden die betroffenen Hautareale noch 12-17 Stunden lang taub sein. Wenn die Wirkung nachläßt, können leichte Schmerzen und Mißempfindungen, wie bei einem Muskelkater auftreten, die Sie im Bedarfsfall mit Paracetamol, welches Sie von uns mitbekommen, mindern können.

Wegen der Gefahr von Nachblutungen sollten Sie eine Woche vor - und drei Tage nach der Fettabsaugung kein Aspirin (Acetylsalicylsäure) und kein Ibuprofen (z.B. Dolgit, Optalidon) einnehmen!

Nach Operationen in Vollnarkose sollten Sie eine Nacht unter unserer Aufsicht in der Steinkirchklinik verbringen. Auch nach Fettabsaugungen mehrerer Regionen in Lokalanästhhesie empfehlen wir Ihnen die Übernachtung, da es unter Umständen zu Kreislaufstörungen kommen kann. Unter keinen Umständen dürfen Sie am Steuer eines Autos nach Hause oder ins Hotel fahren.

Es ist ratsam, sich am Operationstag bequem zu kleiden, da Sie durch die Tumeszenz-Lösung und die Kompressionsmieder zunächst etwas dicker sind als sonst. Da große Mengen an Tumeszenz-Lösung in den ersten 24 Stunden wieder als rosafarbene Flüssigkeit aus den Hautschnitten herauslaufen, sollten Sie Kleidung tragen, die gut auswaschbar ist.


Die Zeit nach der Operation

Die Kompressionshose/ das Mieder hat den Zweck, das Unterhautfettgewebe zusammenzudrücken, damit sich im abgesaugten Gebiet keine Flüssigkeit ansammelt und die Hautunterseite gut verheilt. Die Kompressionsmaterialien sollten mindestens 4 Wochen lang getragen werden (Tag und Nacht). Es ist ratsam und angenehm, die Hose oder das Mieder danach noch 2 Wochen nachts zu tragen. Da eine Verschmutzung des Mieders unvermeidlich ist, sollten Sie wissen, daß sich das Mieder am besten nach Einweichen in kalter (Koch-)Salzlösung waschen läßt.

Bei subjektivem Wohlbefinden sollten Sie sich zunächst vorsichtig, später normal bewegen, da nur so die Tumeszenz-Lösung ablaufen kann. Gegen einen kleinen Spaziergang in Begleitung ist nichts einzuwenden. Eine zu starke körperliche Belastung sollten Sie jedoch vermeiden.

 

Am Operationstag sollten Sie nach der Fettabsaugung viel trinken (Obstsäfte, Limonade, Mineralwasser, Kräutertee), aber keinen Alkohol zu sich nehmen. Das Abendessen sollte leicht sein. Am nächsten Tag können Sie bereits wieder Auto fahren, sollten aber längere Strecken vermeiden bzw. jede Stunde anhalten, ein wenig umhergehen oder leichte Gymnastik treiben. Duschen ist nach der Entfernung der Tape-Verbände, ca. 5. Tage nach der Operation, erlaubt.

Nach einer Woche können Sie die abgesaugten Stellen mit der flachen Hand leicht massieren. Sollte es nach der Fettabsaugung zu starken Schmerzen, Fieber, Blutung oder Rötung kommen, müssen Sie sich unverzüglich mit uns telefonisch in Verbindung setzen und / oder direkt zu uns in die Steinkirchklinik kommen. Die Telefonnummern werden Ihnen nach der Operation ausgehändigt.

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